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Liebe Leserinnen und Leser,
Kolleginnen und Kollegen,

irritierende Zeiten sind angebrochen. Corona-Zeiten. Hypothetische Zeiten. Lauter divergierende Ansichten, kaum ein Tag ohne neu angepasstes Video-Statement eines Prominenten aus Politik, Kultur, Wissenschaft usw. – vorzugsweise mit Bücherregal im Hintergrund. Vielleicht wäre es klüger, die Bücher nicht als Staffage zu nutzen, sondern sie zu Rate zu ziehen. Karl Poppers „Ausgangspunkte“ zum Beispiel, worin dieser schreibt: „Unsere Theorien … sind nie mehr als kühne Vermutungen, … von uns geschaffene Netze, mit denen wir die wirkliche Welt einzufangen versuchen.“ Corona-Zeiten machen uns das schlagartig bewusst.

Maria Seifert

Unterschrift Maria Seifert

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Im Namen der Republik

Das Handelsgericht Wien erkennt durch die Richterin Mag. Andrea Bayer in der Rechtssache des Klägers Prof. Dr. Georg Zanger, M.B.L.-HSG, wieder die Beklagte Seifert Verlag GmbH, wegen Unterlassung, Zahlung und Rechnungslegung (Streitwert EUR 49.200,- s.A.) nach mündlicher Verhandlung zu Recht:

1. Die Beklagte ist schuldig, es ab sofort zu unterlassen sämtliche von Jack Unterweger verfassten Aufzeichnungen und Bücher, insbesondere Prozesstagebücher und Aufzeichnungen zu den Ereignissen rund um die Jack Unterweger vorgeworfenen Prostituiertenmorde und sonstigen Straftaten, sowie Werke welcher Art auch immer, die Jack Unterweger vor bzw. während seiner Haft verfasst hat, herauszugeben, zu veröffentlichen und/oder zur Veröffentlichung zu stellen, in welcher Form auch immer. Dies betrifft insbesondere die in den Büchern: „Verblendet. Die wahre Geschichte der Anwältin, die sich in den Mörder Jack Unterweger verliebte.“ und „Ich habe wie eine Ratte gelebt! Das Prozesstagebuch von Jack Unterweger“ enthaltenen von Jack Unterweger verfassten Texte.

3. Dem Kläger wird die Ermächtigung erteilt, Punkt 1 des Urteilsspruchs binnen sechs Monaten nach Rechtskraft des über diese Klage ergehenden Urteils auf Kosten der Beklagten für die Dauer von 30 Tagen auf der Website www.seifertverlag.at zu veröffentlichen, und zwar in jener Schriftart und -größe, Zeilenabstand und Hintergrundfarbe wie sonst auf der genannten Website üblich, wobei die Veröffentlichung auf der Startseite eindeutig mit den Worten „Im Namen der Republik“ anzukündigen ist, die Parteien zu nennen sind und über einen Link auf der Startseite direkt abrufbar sein muss.

Handelsgericht Wien

Abt. 19, am 21.1.2021